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Behinderte Menschen in den Medien

  1. Die Probleme behinderter Menschen sollten in der Aus- und Fortbildung von JournalistInnen und anderen Medienmachern stärker berücksichtigt werden als bisher; es sollten daher mehr Möglichkeiten für Begegnung und Zusammenarbeit zwischen Betroffenen und Studenten geschaffen werden.
  2. Es sollten gerade bei der Darstellung behinderter Menschen die Richtlinien des Ehrenkodex journalistischer Arbeit hinsichtlich einer ethisch fundierten Berichterstattung besonders sorgfältig beachtet werden.
  3. Es sollten die behinderten Menschen im Sinne der Integration mit größtmöglicher Selbstverständlichkeit dargestellt werden und zwar nicht ausschließlich im Zusammenhang mit ihrer Behinderung und dem Problemkreis Behinderung allgemein.
  4. Es sollte über behinderte Menschen und ihre Probleme regelmäßig berichtet werden, sodass das Thema zu einem vertrauten Bestandteil aller Ressorts wird.
  5. Bei der Wahl der Begriffe und Ausdrucksmittel sollte besonders sorgfältig geprüft werden, ob es sich dabei nicht um Klischees und Diskriminierungen handelt, die verletzend wirken können.
  6. Behinderte Menschen haben dieselben unveräußerlichen Rechte und Ansprüche wie alle Menschen; deren Durchsetzung bedarf aber spezieller Lösungen. Im Sinne der Menschenwürde sollten all diese als Leitlinien dienen, anstatt nur an das Mitleid der anderen zu appellieren.
  7. Behinderte Menschen sollten in größtmöglichem Ausmaß in die Gestaltung von Medienprodukten miteinbezogen werden, um authentische Berichterstattung zu gewährleisten.
  8. Integration bedeutet in Bezug auf behinderte Menschen nicht lineare Anpassung an herrschende Normen und Ideale, sondern Anerkennung der Andersartigkeit bei Wahrung und Durchsetzung all ihrer menschlichen Rechte und aktive Einbeziehung in die Problemlösungen.
  9. Die Darstellung behinderter Menschen sollte nicht auf Einzelfälle beschränkt bleiben, sondern darüber hinaus gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Dimensionen der Problematik aufzeigen.
  10. Die Verantwortlichen, Journalisten und Medienmacher sollten sich im Hinblick auf ihre wichtige öffentliche Aufgabe stets auch ihres Bildungsauftrages bewusst bleiben: Indem sie die Hoffnungen auf Integration zu ihrem Anliegen machen, können sie Vorurteilen entgegentreten und zur gesellschaftlichen Förderung behinderter Menschen einen großen Beitrag leisten. Die Probleme behinderter Menschen gehen alle an!
  • "Behindert-Sein" ist eine Form des menschlichen Lebens. Sie ist als solche wertfrei zu akzeptieren!

(Altbundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger beim Delegiertentag der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, 1987)

Erläuterung: Die "Wunschliste" wurde von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus behinderten Menschen, aus Fachleuten der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit und aus den Sozialwissenschaften im Rahmen des Arbeitskreises "Öffentlichkeitsarbeit" der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs) erstellt. Sie ist ein Appell an Journalisten, Medienmacher und Medienverantwortliche, zahlreiche immer wieder auftretende Gedankenlosigkeiten bei der Darstellung behinderter Menschen und bei der Behandlung des Themas "Behinderung" zu erkennen und zu überdenken und mit den behinderten Menschen selbst und mit ihren Vertretungen zu diskutieren.

Die Anhaltspunkte schließen an allgemeine Deklarationen zur Lage behinderter Menschen an, in welchen die Grundvoraussetzungen des gesellschaftlichen und individuellen Umgangs mit behinderten Menschen festgehalten sind: Alle Menschen haben das Recht auf volle Teilhabe an Leben und Gesellschaft in allen Aspekten.

Mindestens ein Zehntel ist aber aufgrund verschiedener Schädigungen behindert; es ist ihnen versagt, ihre Rechte aufgrund vorhandener Barrieren und Ausschlussmechanismen voll wahrzunehmen. Trotz mancher Abhilfen sind sie noch immer eine Randgruppe und werden durch Normen, Werte und Strukturen benachteiligt, sowohl in den zwischenmenschlichen Beziehungen als auch in verschiedenen Lebensbereichen: (Bildung, Arbeit, Freizeit, Baulichkeiten, Transportmittel ...) Sie werden diskriminiert, nicht als vollwertig genommen, als den herrschenden Leitbildern entgegengesetzt empfunden, rufen Angst, Abwehr, Verdrängung hervor. Dieser Zustand kann verbessert werden: Vor allem durch geeignete Aufklärung in möglichst breiter Öffentlichkeit. Hierbei spielen die Medien eine wichtige und noch wachsende Rolle.

Die Welt wird in starkem Maße durch sie vermittelt erlebt. "Wirklichkeit" wird massenmedial angeeignet, auch im Sinne der Normen, Werte, Leitbilder, Verhaltensvorgaben. Es ist daher sehr wichtig, in welcher Art die Medien "Randgruppen" behandeln. Die bisherige Darstellung behinderter Menschen ist umstritten, bis hin zum Vorwurf der Erzeugung und Verstärkung von Vorurteilen, bzw. zur Forderung, mehr und angemessener zu berichten.

Die Wunschliste ist ein Appell an die Medien mitzuhelfen, aus Toleranz Akzeptanz zu machen.

Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR)
Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs

1100 Wien, Favoritenstraße 111/11, E-Mail: dachverband@oear.or.at

Tel.: +43 1 5131533, Fax: +43 1 5131533-150

Gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

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