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(19.1.2016) „Mit Behinderung am Arbeitsmarkt immer chancenlos?“

Im Beisein von Behindertenanwalt Dr. Erwin Buchinger und ÖAR Präsident Dr. Klaus Voget wurde die Gleisdorfer Deklaration „Chancenlos – trotz Chancengleichheit“ Herrn Sozialminister Hundstorfer überreicht.

Die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen ist um 124% gestiegen. Damit ist dieser Anstieg doppelt so hoch wie die generelle Steigerung mit 59%.

Sozialminister Hundstorfer sagte zu, die Reduktion der Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen als Ziel des Arbeitsmarktservice (AMS) ab 2017 zu verankern.

Menschen, die wegen einer Behinderung als „arbeitsunfähig“ gelten, haben keinen Zugang zu Angeboten des AMS und sind massiv von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. „Der Begriff arbeitsunfähig darf keine diskriminierenden Folgen haben!“ fordert daher ÖAR Präsident Dr. Klaus Voget. Deshalb wurde von Sozialminister Hundstorfer eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

„Nur durch eine klare Schwerpunktsetzung und durch konkrete AMS-Ziele können tatsächlich Wirkungen erreicht werden“, betonte Erwin Buchinger anlässlich der Tagung „10 Jahre Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz - 10 Jahre Behindertenanwalt“ vergangene Woche in Wien.

Mit Unterzeichnung und Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat Österreich die Verpflichtung übernommen, das Recht auf Arbeit von Menschen mit Behinderungen durch geeignete Schritte zu sichern. Mit der Einschränkung geeigneter Instrumente durch Budgetkürzungen bzw. die Streichung von Rechtsansprüchen zur beruflichen Eingliederung verstößt Österreich gegen diese Verpflichtungen.

Die Gleisdorfer Deklaration fordert konkrete Schritte. Sie wurde von 220 Fachleuten im Juni 2015 erstellt und wird österreichweit unterstützt.

 

Zahlen, Daten, Fakten – Deklaration „Chancenlos – trotz Chancengleichheit“

  • 2,7 Millionen Personen, das sind 46,8% der Personen im Erwerbsalter (15 bis 64 Jahre) hatten eine gesundheitliche Beeinträchtigung.
  • 5,2% der untersuchten Personen gaben eine bestätigte Behinderung an, also rund 293.000 Personen. Bei Frauen lag der Anteil bei 4,3%, bei Männern bei 6%.

Dazu kommt, dass die durchschnittliche Dauer der Erwerbslosigkeit bei Menschen mit Behinderung mit 165 Tagen wesentlich länger ist als bei Menschen ohne Behinderung mit 102 Tagen.

 

Quelle: Gleisdorf Deklaration „Chancenlos – trotz Chancengleichheit“ – 14. Juni 2015. http://chanceb.at/

    Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR)
    Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs

    1100 Wien, Favoritenstraße 111/11, E-Mail: dachverband@oear.or.at

    Tel.: +43 1 5131533, Fax: +43 1 5131533-150

    Gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

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